Sie sind eine Kölsche Institution und das schon seit einer kleinen Ewigkeit. Die Rede ist von den Bläck Fööss, jener längst legendären Band, die bei ihrer jeckigen Premiere, gemäß ihrem unge-wöhnlichen Namen, auf Schuhe und Socken verzichtete. Ob sie das auch am 28. September im Bürgerhaus Neuer Markt tun, werden diejenigen sehen, die sich die Karten im Vorverkauf sichern, beim Infothek-Telefon (0 72 23) 93 16 16 oder direkt im Bürgerhaus am Europaplatz in Bühl.
Selbst nach 35 Jahren haben sich die „nackten Füße“ noch nicht wund gelaufen. Kölsch ist Kult. Erfolgreich touren sie als vokale Anwälte des Kölschen Grundgesetzes im Rheinland und natürlich weit darüber hinaus durch die Republik. Verschleißerscheinungen kennen sie nicht, wie die vergangene Session eindrucksvoll zeigte. Die Fööss lieferten mit „Rut & Weiß“ unwidersprochen und unübertroffen den kölschesten aller Hits. Und ganz gleich wo sie auftreten – schon nach weni-gen Minuten schlägt auch das Herz ihrer Fans „Rut & Wiess“. Eine Hymne „met Hätz“ – eine von vielen aus dem Repertoire jener Band, die mit „Mer losse dr Dom in Kölle“ in den frühen siebziger Jahren erfolgreich neue Töne im „Kölsche Fasteleer“ anschlug.
Dialekt-Songs sind so alt wie die Popmusik. Die Beatles brachten das breite Liverpool-Englisch nach Amerika, Mick Jagger importierte den Südstaaten-Akzent des Blues nach London. Im Rheinland jedoch wurde stets vornehm hochdeutsch gesungen - Dialekt gab es allenfalls in bayerischen Bierzelten. Bis, ja bis 1970 in Köln eine Gruppe antrat und kurzerhand auf "Kölsch" umsattelte - sprachlich, versteht sich - inter dem Synonym "De Bläck Fööss". Der Hintergrund: Der Name klang "englisch und kölsch zugleich", so Erry Stoklosa, zusammen mit Peter Schütten und Hartmut Priess das Urgestein der Band. Seither sind immerhin mehr als dreieinhalb Jahrzehnte ins Land gezogen - und Kölsch ist noch immer Kult.
Dabei mussten die Fööss 2005 einen harten per-sonellen Einschnitt hinnehmen, als Willy Schnitzler nach der Session wegen unerträglicher Gelenkschmerzen die geliebte "Quetsch" aus der Hand legen musste. Aus personellen „Krisen“ ist die Band im Grunde jedoch immer gestärkt hervor gegangen. Wer mit dem Weggang von Mitbegründer und "Frontman" Tommy Engel 1994 bereits das Ende der Fööss besiegelt sah, musste sich schnell eines Besseren belehren lassen. Die Legende lebte weiter - und wie: Verstärkt durch Schlagzeuger Ralph Gusovius und Sänger/Gitarrist Kafi Biermann wirkte die Band schon nach kurzer Zeit homogener denn je. Hartmut Priess, Peter Schütten, Erry Stoklosa und "Bömmel Lückerath" - vier Kölsch-Pioniere, denen der Spaß an der Freud noch nicht vergangen ist. Selbst wenn der erzwungene Abschied von Willy Schnitzler (seit 1980 dabei) sicher aufs Gemüt drückte. „Ersatz“ fand die Gruppe in Andreas Wegener, einem absoluten Profi, der souverän den richtigen Ton findet und die vokale Bandbreite des Septetts mit einem noch ausgefeilteren Soundteppich unterlegt. Womit die Fööss für die musikalischen Herausforderungen der nächsten Jahre gewappnet sind. Gemäß der selbst gesteckten Devise eines Titels aus dem Album „Rut & Wiess“: „Luur noh vürre“. Oder, wie heißt es so treffend im Kölschen Grundgesetz: „Et es, wie et es“, „Et kütt, wie et kütt“, „Nix bliev, wie et es“ und „Et hät noch immer jot jejange“.