Aktionsplan für Mobilität, Klima- und Lärmschutz

Straßen, Wege und Plätze prägen unser tägliches Leben – sie verbinden Menschen, ermöglichen Bewegung und bestimmen maßgeblich die Lebensqualität in der Stadt. Doch wie sollen diese Räume in Zukunft gestaltet werden? Genau darum geht es im neuen Aktionsplan für Mobilität, Klima- und Lärmschutz (AMKL) der Stadt Bühl.

Nachdem die Bürgerbeteiligung zum Aktionsplan abgeschlossen ist und das Zwischenfazit der Stadtverwaltung positiv ausfällt, geht es nun an die schrittweise Umsetzung des langfristig angelegten Prozesses, der die Stadt in puncto Mobilität, Klima- und Lärmschutz nachhaltig weiterentwickeln wird. Alles Wissenswerte zum AMKL haben wir hier zusammengestellt:

Warum ist der Aktionsplan für Mobilität, Klima- und Lärmschutz für Bühl so wichtig?

Straßen, Wege und Plätze prägen die Lebensqualität in Bühl maßgeblich. Mit der Erstellung des Aktionsplans stellt die Stadt die Weichen für eine zukunftsfähige, klimaverträgliche und sichere Mobilitätsentwicklung. Im Mittelpunkt stehen die gezielte Förderung des Rad- und Fußverkehrs, die Reduzierung von Emissionen und Lärm sowie eine insgesamt höhere Aufenthaltsqualität in der Kernstadt und den Ortsteilen. Der AMKL verbindet damit Mobilität, Klima- und Lärmschutz strategisch miteinander und schafft eine langfristige Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Welche Rolle spielt die Bürgerbeteiligung?

Die Bürgerbeteiligung ist ein zentrales Element des gesamten Prozesses und zeigt sich sowohl in der Onlinebeteiligung als auch in den Bürgerworkshops vor Ort. Bereits bei der digitalen Beteiligung Ende des vergangenen Jahres brachten rund zehn Prozent der Bevölkerung ihre Ideen ein, was einen überdurchschnittlichen Wert darstellt. Insgesamt wurden 387 punktuelle, 173 streckenbezogene und 20 ortsunabhängige Maßnahmen eingereicht. Inhaltlich lag der Schwerpunkt klar auf Themen des Rad-, Fuß- und fließenden Verkehrs.

Was wurde in den Bürgerworkshops diskutiert?

Ergänzend zur Online-Beteiligung wurden für die Stadtteile und die Kernstadt drei Bürgerworkshops durchgeführt, bei denen Teilnehmende gemeinsam die erarbeiteten Maßnahmen diskutierten und priorisierten. Ziel war es, herauszufinden, welche Vorhaben aus Sicht der Bürgerschaft besonders dringlich sind. Die Diskussionen verliefen sachlich, konstruktiv und auf hohem fachlichem Niveau. Breite Zustimmung fanden insbesondere Maßnahmen zur Schaffung sicherer Querungsstellen für den Fuß- und Radverkehr sowie zur Verbesserung der Schulwegsicherheit. Andere Themen, wie etwa die Einrichtung von Fahrradstraßen vor allem in der Kernstadt, wurden differenziert im Hinblick auf die Akzeptanz und den daraus entstehenden Nutzen betrachtet. Die Workshops machten deutlich, dass großes Interesse besteht, die Mobilitätsentwicklung aktiv mitzugestalten und Verantwortung für tragfähige Lösungen zu übernehmen.

Wie bewertet die Stadtverwaltung den bisherigen Prozess?

Die Stadtverwaltung zieht ein positives Zwischenfazit. Die Anmerkungen der Bürger zum AMKL haben nicht nur mehr Erkenntnisse geliefert als ursprünglich erwartet, sondern waren auch qualitativ überzeugend. Fachfremde oder unrealistisch aufgeblähte Forderungen blieben die Ausnahme. Das konstruktive und sachorientierte Engagement der Bürgerschaft wird ausdrücklich gelobt. Da der Beteiligungsprozess inhaltlich deutlich mehr Substanz hervorgebracht hat als zunächst angenommen, bedeuten die Vielzahl und Qualität der Maßnahmen zugleich, dass deren Umsetzung mehr Zeit in Anspruch nehmen wird.

Wie geht es weiter?

In der zweiten Jahreshälfte wird der Gemeinderat über den Aktionsplan beraten und den weiteren Fahrplan beschließen. Damit beginnt dann die schrittweise Umsetzung eines Prozesses, der die nachhaltige Entwicklung der Stadt konsequent weiterführt. Einzelne Maßnahmen indes werden bereits während der Aufstellung des AMKL umgesetzt, wie zum Beispiel die Prüfung und kommende bauliche Umsetzung der Querungsstelle für den Rad- und Fußverkehr in der Fremersbergstraße Höhe des Adlerwegs in Weitenung, während größere Projekte naturgemäß längere Planungs- und Finanzierungsphasen erfordern.