Forst

Städtischer Forstbetrieb

Innerhalb der Stadtverwaltung ist der Forstbetrieb dem Fachbereich Finanzen zugeordnet. Der Stadtwald Bühl ist in drei Dienstbezirke unterteilt, die Forstreviere, in denen die den Stadtwald betreffenden Planungen und Konzepte umgesetzt werden.  Unter der Leitung der zuständigen Revierförster sorgen Teams ausgebildeter Forstwirte für die Pflege des Waldes, der Biotope und Erholungseinrichtungen.

Der Stadtwald erstreckt sich von der Rheinebene bis zu den Schwarzwaldhöhen am Hochkopf auf insgesamt 2500 Hektar. Hinzu kommt kleinstparzellierter Privatwald (cirka 300 Hektar), für den der städtische Forstbetrieb kostenlose Privatwaldberatung und Betreuung anbietet.

Die Bewirtschaftung des Waldes erfolgt entsprechend den Vorgaben für PEFC-zertifizierte Betriebe unter Einsatz der zwölf eigenen Waldarbeiter und besonders geprüfter Forstunternehmer. Neben hohen forsttechnischen und sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen die eingesetzten Unternehmer auch alle Anforderungen hinsichtlich des Umweltschutzes und der sozialen Standards.
 
Zur Erreichung und Aufrechterhaltung des angestrebten Waldarbeiterstammes werden Forstwirte in einer selbständigen Ausbildungsgruppe durch einen Forstwirtschaftsmeister ausgebildet.

Karte Stadtwald Bühl als PDF

Forstbetrieb

Weitere Informationen

Der Ausgleich zwischen Wald und Wild

Schneelandschaft mit Hochsitz im WaldDer Forstbetrieb der Stadt Bühl hat ein anspruchsvolles Ziel: Den Stadtwald als naturgemäßen Dauerwald zu bewirtschaften, in dem sich die geeigneten Baumarten natürlich verjüngen können. Dabei spielt der Einfluss des Wildes jedoch eine große Rolle.

Seit der fast vollständigen Ausrottung der natürlichen Beutegreifer Wolf, Bär, Luchs und Adler vor vielen Jahren hat sich vor allem das Rehwild stark vermehrt. Rehe aber bevorzugen die nahrhaften Knospen und Triebe genau jener Jungbäume, die zum Aufbau von Mischwäldern am dringendsten benötigt werden. Nur durch die Jagd gelingt es, das Wild an die Tragfähigkeit des Ökosystems Wald anzupassen.

Um festzustellen, ob Wald und Wild im Einklang stehen, erstellt der Forstbetrieb alle drei Jahre ein ökologisches Verbissgutachten. Darin werden die Verbiss-Schäden an der Vegetation beurteilt.
Ein intensiver Dialog mit der Jägerschaft hat dazu beigetragen, dass heute auf den Waldflächen gute bis befriedigende Wald-Wild-Konstellationen erreicht werden. Waldschutzmaßnahmen sind daher auf bestimmten Waldflächen notwendig, um die geplanten Verjüngungsziele zu erreichen und Naturverjüngungsvorrat zu etablieren. Auf 180 Hektar Bestandsfläche wurden Bejagungsschwerpunkte ausgewiesen, um den Verbissdruck durch jagdliche Mittel zu reduzieren. Einzelschutzmaßnahmen sind auf 378 Hektar Bestandsfläche geplant. Im Auewald muss auf 14,3 Hektar der Schutz durch Zäune erfolgen.
Wildschäden an bejagbaren Grundstücken oder deren Aufwuchs werden in bestimmten Fällen ersetzt. Der Schadensersatz ist im Jagd- und Wildtiermanagement-Gesetz und in der Verordnung zur Durchführung dieses Gesetzes geregelt.

Der Anspruch auf Ersatz des Wildschadens erlischt, wenn Sie den Schadensfall nicht innerhalb einer Woche anmelden, nachdem Sie vom Schaden Kenntnis erhalten haben (oder bei Beachtung gehöriger Sorgfalt erhalten hätten). Bei einem Schaden an forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken genügt es, wenn der Schaden einmal jährlich bis zum 15. Mai angemeldet wird. Die Anmeldung muss schriftlich oder mündlich zur Niederschrift bei der Gemeinde erfolgen, auf deren Gemarkung das Grundstück liegt.
Für die Schadensanmeldung können Sie den Vordruck "Wildschadensmeldung" verwenden.

Nach Anmeldung Ihres Schadenfalls erhalten Sie eine Bescheinigung. Gleichzeitig wird die Anmeldung des Schadenfalls dem Jagdpächter bekannt gegeben.

Den gerichtlichen Weg können Sie nur einschlagen, wenn der Wildschaden form- und fristgerecht, wie oben beschrieben, angemeldet wurde.

Kontakt:

Patric Frank
Telefon: (0 72 23) 9 35-2 53
E-Mail senden

Durch Wildschweine verursachter Schaden
Für Bühl als Portalgemeinde zum Nationalpark Schwarzwald und dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord hat die Erholungsfunktion des Waldes eine zentrale Bedeutung. Dies gilt insbesondere für Teile der Wälder an der Schwarzwaldhochstraße bei Hundseck und im Bereich Gertelbach/Falkenfelsen sowie für die stark vom ortsnahen Erholungsverkehr frequentierten Wälder um die Burg Windeck.

Wandergruppe auf dem Weg zur Burg Windeck

Wichtige Aussichtspunkte:

  • Mehliskopf
  • Hochkopf
  • Omerskopf
  • Herta-Hütte im Bereich Falkenfelsen
  • Schartenberg
  • Wiedenfelsen

Zur Webseite der Ferienregion


Waldpädagogik

Waldpädagogische Aktivitäten werden durch die Revierleiter der Stadt vorrangig in Zusammenarbeit mit städtischen Schulen und Kindergärten angeboten. Sie erfüllen damit einen wichtigen, im Landeswaldgesetz verankerten Bildungsauftrag. Nahe der Burg Windeck unterhält der Forstbetrieb zudem einen Erlebnis- und Lehrpfad.
"Man sieht nur, was man weiß“ - und „Man weiß nur, was man sieht", könnte man ein Zitat des großen Naturliebhabers Johann Wolfgang von Goethe ergänzen. Dies trifft auch für viele Themen des Waldes zu. Auf zwei informativen und aussichtsreichen Rundwegen können Sie die Geheimnisse des Waldes und unserer Kulturlandschaft erkunden.


Walderlebnispfad Burg Windeck

Der bestehende Walderlebnispfad wird derzeit neu gestaltet. Er soll künftig aus zwei Teilen bestehen.

Kartenansicht mit Walderlebnispfad Burg Windeck

Der erste Abschnitt dient der Vermittlung von Wissen rund um den Wald unter dem Gesichtspunkt „früher, heute, Zukunft“. Er führt auf einer Länge von 1,7 Kilometern über einen schmalen Weg mitten durch die Wildnis.

Themen der Informationsstationen:

  • Jagd/Tiere
  • Waldfunktion Nebennutzung/Schutzfunktion
  • Waldfunktion Holznutzung


Das schwebende Baumhaus

Die Stadt Bühl hat am Max-Brenzinger-Weg nahe der Burg Windeck ein schwebendes Baumhaus als Teil des Walderlebnispfades bauen lassen, welches das Herzstück der dritten Station darstellt.
 
Schwebendes Baumhaus am Max-Brenzinger Weg nahe der Burg WindeckDer zweite Abschnitt hat eine Länge von zirka 1,5 Kilometern und verfolgt einen gesundheitlichen Ansatz. Er informiert unsere Gäste je nach Jahreszeit über Bäume, Büsche, Kräuter und Wildblumen – nicht nur aus biologischer Sicht, sondern auch mit Blick auf die Kulturhistorie oder Mythen und Sagen. Der Pfad kann in mehrfacher Hinsicht in Wander- oder Ferienprogramme aufgenommen werden (meditativ oder informativ). Für Schulklassen bietet er sich auch als Tagesveranstaltung an. Es besteht die Möglichkeit, ihn mit anderen erlebnispädagogischen Programmen zu verknüpfen (Stichwort: Fastenwandern, Kräuter sammeln).

Ein Ziel ist, die Natur mit allen Sinnen zu erforschen – die Wärme der Sonne oder die frische Brise auf der Haut zu spüren, das satte grüne Moos mit den Augen aufzusaugen, den starken Baum zu umfassen, in den weiten blauen Himmel zu schauen oder das erfrischende Tau am Morgen unter den Füßen zu spüren.