Klimaschutz-Publikumspreis

Neben den Jurypreisen wird im Rahmen des Klimaschutzpreises auch ein mit 2.500 Euro dotierter Publikumspreis vergeben - gesponsert von der Volksbank Bühl. Dafür können alle Personen, die in Bühl wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder einem Verein angehören, ab dem 1. August abstimmen. Bis zum 18. September sind alle Stimmberechtigten ab 16 Jahren dazu aufgerufen, einmalig eine Stimme für ihr favorisiertes Projekt abzugeben. Die Preisträger des Klimaschutzpreises 2022 werden im Oktober von Oberbürgermeister Hubert Schnurr ausgezeichnet.

Projektbeschreibungen

Das Projekt entstand 2019, angeregt durch die Initiative "Vimbuch neu denken". Gemeinsames Gärtnern war im ersten Jahr das Hauptanliegen. Unterstützt durch den Ortschaftsrat, Vimbucher Banken, private Spenden und die Leader-Aktionsgruppe Mittelbaden-Nordschwarzwald konnte eine Wiese mitten in Vimbuch gepachtet werden. Die Mitglieder des Seimelgartens schufen nach und nach gemeinschaftlich bewirtschaftet Beete, drei Hochbeete, einen Kompostbereich, pflanzten Fruchtsträucher und säten Blühwiesen, bauten eine Biotoilette, ein Gewächshaus und mithilfe eines Fachbetriebs ein Backhaus. Der Seimelgarten entwickelte sich seither zu einem Ort der Begegnung, auch für Menschen anderer Kulturkreise, mit mehreren gemeinsamen Brotbacktagen im Jahr, Erntefesten und Besuchen von AGs für Schülerinnen und Schüler der Tullaschule.

Seimelgarten Vimbuch

Zwei Absolventen des Windeck-Gymnasiums haben 2021 den Nachhaltigkeitsratgeber „Erde gut, alles gut“ über den Oekom-Verlag herausgegeben. Mit Enthusiasmus und ohne erhobenen Zeigefinger ermutigen Lukas Wittmann und Lukas Gisbrecht ihre Leserschaft zu mehr Nachhaltigkeit im Haushalt, der Freizeit und beim Einkauf. Mit ihren 101 Tipps für mehr Klimaschutz, Artenschutz und Nachhaltigkeit vermitteln die Autoren auf einfache und praktische Art und Weise, dass Klimaschutz Spaß machen kann und nicht viel kosten muss. Das Buch selbst wurde klimaschonend über den Oekom-Verlag produziert.

Nachhaltigkeitsratgeber „Erde gut, alles gut“

Im Jahr 2021 begann eine Familie aus Bühl-Vimbuch mit dem Bau einer Doppelgarage mit 45 Grad Dachneigung. Bei der Dachbedeckung entschied man sich gegen eine weitere PV-Anlage und für eine Dachbegrünung mit vorkultivierten Sedum-Pflanzmatten. Um ein Wegschwemmen von Pflanzenmaterial und Erde zu verhindern, mussten zuvor Gründachpfannen auf das Dach montiert werden. All dies erfolgte größtenteils in Eigenarbeit. Das neugeschaffene Dachbiotop bietet nun vermehrt verschiedenen Vogel- und Schmetterlingsarten einen Lebensraum. Das Dach hat zusätzlich Vorteile für das lokale Mikroklima, indem es 40 bis 99 Prozent des Jahresniederschlags auf der Dachfläche zurückhält, durch die hohe Verdunstungsleistung eine kühlere Umgebungstemperatur erzeugt und sowohl Lärm als auch Feinstaub filtert. Den Besitzer und Hobbyimker freut besonders, dass die Dachbegrünung auch Unterschlupf und ein breites Nahrungsangebot für heimische Wildbienenarten bietet.

Steiles Gründach in Eigenregie

Eine funktionierende Jagdbewirtschaftung kann ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz sein. Nur schadensfreie, gesunde Bäume binden ein Höchstmaß an Kohlendioxid. Zudem kommt das Jagdwild, gegenüber der konventionellen Tierhaltung, ohne energieintensive Produktionsstätten aus und wird öfter regional vermarktet. Viele Jagdreviere erzeugen aufgrund der Wilddichte und der Reviergröße nur eine begrenzte Menge Wildfleisch. Zudem unterliegt die Vermarktung von Wild sehr strengen Hygieneanforderungen. Die Investitionskosten einer Wildverarbeitungsanlage überfordern viele Jagdpächter. Um die infrastrukturellen Hemmnisse der kleinen Jagdreviere zu mindern, hat die Jagdgenossenschaft Bühl eine Zentrale Wildkühl- und Zerwirkanlage gebaut und stellt sie den zirka 80 bis 100 Jägern von zirka 20 Jagdrevieren für ein geringes Nutzungsentgelt zur Verfügung. So kann eine sinnvolle Auslastung gewährleistet und viele kleine Anlagen vermieden werden.

Wild- Kühl- und Zerwirkkammer