PFC

Von der PFC-Problematik in Mittelbaden ist auch Bühl betroffen. Bislang wurden auf Bühler Gemarkung 140 Hektar mit perfluorierten Chemikalien (PFC) belastete Flächen festgestellt. Die betroffenen Flurstücke verteilen sich auf Bühl (Bußmatten) sowie die Stadtteile Balzhofen, Vimbuch, Oberbruch und Weitenung. Seit 2014 sind in Bühl bislang 495 Ackerschläge mit einer Fläche von 341 Hektar untersucht worden, 180 Ackerschläge sind mit PFC verunreinigt.

Auch auf verschiedenen Ackerflächen im näheren Umfeld des Wasserwerks Balzhofen wurden Ende 2018 auf 2,3 Hektar zum Teil erheblich erhöhte PFC-Werte nachgewiesen. Grundwasser, Trinkwasser und Boden werden dort regelmäßig geprüft, die Messergebnisse sind auf der Webseite der Stadtwerke Bühl abrufbar. 

Für die belasteten Böden in Balzhofen und rund um die Kläranlage in Vimbuch hat der städtische PFC-Beauftragte Markus Benkeser einen Sanierungsplan entworfen, für den auch die zuständigen Behörden bis zum baden-württembergischen Umweltministerium grünes Licht gegeben haben. Mit dem ausgehobenen, PFC-verunreinigten Material wird eine ebenfalls hochbelastete Fläche in den Bußmatten aufgefüllt, die dann versiegelt wird. Umsetzbar wird dies durch die Bodenbegebenheiten vor Ort, die es ermöglichen, den dortigen lehmartigen Boden des künftigen Gewerbegebiets Bußmatten mit einem Kalk-Zement-Gemisch nach unten abzudichten.

Mit der Umsetzung des Plans wurde im Februar 2022 begonnen. Die Kosten von voraussichtlich etwa 1,5 Millionen Euro sind deutlich günstiger als bei einer Entsorgung auf geeigneten Deponien. Diese würden sowohl für das Wasserwerk als auch für die Kläranlage mit je drei Millionen Euro zu Buche schlagen.

Mehr zum PFC-Sanierungsprojekt


Für Balzhofen als auch für Weitenung gilt die Aufforderung an private Brunnenbesitzer, kein Grundwasser zu verwenden. Flächen, die zu Wohnbaugebieten werden sollen, sind in Bühl frei von PFC. Das haben entsprechende Untersuchungen bestätigt. Landwirtschaftliche Flächen werden durch das Landratsamt fortlaufend untersucht.

SWR-Beitrag vom 21. Februar 2022



Contentquelle: SWR Aktuell Baden-Württemberg
Bild: SWR