PFC

Von der PFC-Problematik in Mittelbaden ist auch Bühl betroffen. Bislang wurden auf Bühler Gemarkung 118 Hektar mit perfluorierten Chemikalien (PFC) belastete Flächen festgestellt. Die insgesamt 336 betroffenen Flurstücke verteilen sich auf Bühl (Bußmatten) sowie die Stadtteile Balzhofen, Vimbuch, Oberbruch und Weitenung. Auch auf verschiedenen Ackerflächen im näheren Umfeld des Wasserwerks Balzhofen wurden Ende 2018 auf 2,3 Hektar zum Teil erheblich erhöhte PFC-Werte nachgewiesen. Grundwasser, Trinkwasser und Boden werden dort regelmäßig geprüft, die Messergebnisse sind auf der Webseite der Stadtwerke Bühl abrufbar. 

Für die belasteten Böden in Balzhofen und rund um die Kläranlage, wo der Bau der sogenannten vierten Reinigungsstufe stockt, hat der städtische PFC-Beauftragte Markus Benkeser einen Sanierungsplan entworfen, für den es auch von den zuständigen Behörden grünes Licht gegeben hat. Er sieht vor, mit dem ausgehobenen, PFC-verunreinigten Material eine ebenfalls hochbelastete Fläche in den Bußmatten aufzufüllen, die dann versiegelt werden soll. Umsetzbar wird dies durch die Bodenbegebenheiten vor Ort, die es ermöglichen, den dortigen lehmartigen Boden des künftigen Gewerbegebiets Bußmatten mit einem Kalk-Zement-Gemisch nach unten abzudichten. Die Umsetzung des Plans könnte 2021 beginnen. Die Kosten würden sich auf 1,5 Millionen Euro belaufen und wären damit deutlich günstiger als eine Entsorgung auf geeigneten Deponien. Diese würden sowohl für das Wasserwerk als auch für die Kläranlage mit je drei Millionen Euro zu Buche schlagen.

Für Balzhofen als auch für Weitenung gilt die Aufforderung an private Brunnenbesitzer, kein Grundwasser zu verwenden. Flächen, die zu Wohnbaugebieten werden sollen, sind in Bühl frei von PFC. Das haben entsprechende Untersuchungen bestätigt. Landwirtschaftliche Flächen werden durch das Landratsamt fortlaufend untersucht.

SWR-Beitrag vom 14. November 2020



Contentquelle: SWR 2020
Bildquelle: Traktor auf Ackerfläche (Quelle: Imago, imago images / Martin Wagner)