PFC-Boden wird abgetragen

Das über mehrere Jahre entwickelte PFC-Sanierungsprojekt Bußmatten steht vor der Umsetzung. Ab Januar sollen die verunreinigten PFC-Flächen aus dem Umfeld des Wasserwerks Balzhofen abgetragen und in die Bußmatten im Bühler Norden transportiert werden, wo auch eine sehr starke Belastung des Bodens vorliegt. Anschließend wird mit PFC verunreinigter Aushub vom Gelände des Klärwerks in Vimbuch ebenfalls in die Bußmatten geschafft – was eine Voraussetzung für den Ausbau der Anlage um eine vierte Reinigungsstufe ist. Das Material wird zunächst zwischengelagert und dann bis 2025 in den Boden eingebaut. Dieser wird versiegelt, indem auf dieser Fläche ein weiteres, acht bis zehn Hektar großes Gewerbegebiet entsteht.


Langfristige Sicherung des Trinkwasserreservoirs

Ziel in Balzhofen ist die langfristige Sicherung des dortigen Trinkwasserreservoirs. Noch sind die PFC-Werte im Rohwasser des Wasserwerks sehr gering und per Nanofiltration beherrschbar. Die Belastung des Grundwassers sei in Balzhofen in Nuancen zu messen, erklärt der städtische PFC-Beauftragte Markus Benkeser. „Eine Sicherheit, dass das so bleibt, gibt es aber nicht.“ Vielmehr könnten sich die Werte jederzeit verschlechtern, betont Benkeser, und verweist auf Weitenung. In dem Stadtteil sind die Werte im Grundwasser kontinuierlich gestiegen.


Bis zu 800 Lkw-Fuhren

Um das Trinkwasserreservoir in Balzhofen zu schützen, werden deshalb rund 9.000 Kubikmeter verunreinigter Boden abgetragen. Benkeser rechnet mit 700 bis 800 Lkw-Fuhren – über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen, werktags zwischen 7:00 und 18:00 Uhr. Die Strecke wird von Balzhofen über Oberweier zur B 3 führen, und von dort in die Bußmatten. Vergeben werden sollen die Arbeiten in der Gemeinderatssitzung am 22. Dezember. Nachdem auch das nachträglich geforderte Artenschutzgutachten vorgelegen hat,  konnte die Ausschreibung  erfolgen. Je nach Wetterlage könnten Mitte oder Ende Januar die ersten Lkw rollen.

Die Alternative zum Sanierungsprojekt Bußmatten wären Lkw-Fahrten nach Erftstadt in Nordrhein-Westfalen, nach Sachsen mit Großposna oder nach Roitzschen in Sachsen-Anhalt. „Pro Tonne wären dann 100 bis 125 Euro angefallen. Die sparen wir uns“, sagt Benkeser. Was bei voraussichtlich etwa 18.000 Tonnen eine Summe von um die zwei Millionen Euro bedeutet. Im Zuge des Abtransports werden in Balzhofen auch zwei neue dauerhafte Grundwassermessstellen eingerichtet. Zusammen mit den von den Stadtwerken Bühl betriebenen Messstellen sind es dann vier. „Das Netz wird dichter“, konstatiert Benkeser, „die Überwachung engmaschiger“.