Aktuelle Europa-Projekte

Die Stadt Bühl lebt den europäischen Gedanken. Die Vielfalt der Kooperationen im europäischen Städtenetzwerk der Stadt Bühl ist groß. Bürgerbegegnungen, gemeinsame Musik- und Sportveranstaltungen und internationale Jugendfreizeiten sind Teil dieser Partnerschaftsarbeit. Darüber kooperieren die Partnerstädte auf fachlicher Ebene.

Übersicht der aktuellsten Projekte

„Zuhause in Kalarasch“

Stadt Bühl und Rajon Kalarasch: Foto-Wettbewerb zur Kommunalpartnerschaft


„Zuhause in Kalarasch“. Das ist der Titel des Foto-Wettbewerbs, den die Stadt Bühl und das Rajon Kalarasch (Moldawien) anlässlich des 30-jährigen Bestehens ihrer Kommunalpartnerschaft ausgerufen haben. Während die Einwohner aus Kalarasch bei dem Wettbewerb dazu eingeladen sind, sich mit den vielen Facetten ihrer Heimat-Region auseinanderzusetzen, treten die Bühler Bürger im Rahmen eines Publikumsvotings als Jury auf. Ob Landschaftsbilder, Gebäudefotografien, Aufnahmen von fröhlichen Festen oder der Blick auf traditionelles Handwerk – der Kreativität der Hobby-Fotografen sind keine Grenzen gesetzt. Finanzielle Unterstützung erhalten die Partnerkommunen für diese gemeinsame Aktion von der Volksbank Bühl.
 
Bis zum 30. April können die Teilnehmer über die Internetplattform www.photo-contest-calarasi.com bis zu drei Fotos hochladen und damit ihre Verbundenheit zu ihrer moldawischen Heimat fotografisch zum Ausdruck bringen. Inzwischen sind auf dieser Plattform schon mehr als 20 Fotos eingestellt worden: Aufnahmen von Schneelandschaften, von Sonnenuntergängen, von Weinreben (siehe Foto) oder von Gebäuden sind auf der Plattform bereits zu sehen. Es sind außergewöhnliche Fotos, aufgenommen aus der individuellen Perspektive von den Hobby-Fotografen aus Kalarasch, mit denen sie zeigen wollen, wie sie ihre Heimat wahrnehmen.
 
„Mit dem Wettbewerb wollen wir außerdem erreichen, dass die Bürger in Bühl mehr über das Leben, die Gesellschaft und die Kultur unserer Partnerregion erfahren“, betont Bettina Streicher, Leiterin des städtischen Referats Europa und Partnerschaften. Und wer den Wettbewerb letztlich gewinnt, darüber entscheiden dann die Bühler in Form eines Publikumsvotings. Vom 4. bis 31. Mai sind sie nämlich dazu eingeladen, ihre Lieblingsbilder via Internetabstimmung auf der Plattform zu bewerten und die Frage zu beantworten, welchem Hobby-Fotografen es am besten gelungen ist, die schönsten Facetten des Rajons Kalarasch einzufangen. Sie haben die Möglichkeit, für mehrere Fotos abzustimmen, pro Aufnahme darf man allerdings maximal eine Stimme abgeben. 

Eine Auswahl der schönsten Bilder des Wettbewerbs wird bei einer Ausstellung in der Volksbank Bühl vom 11. September bis 9. Oktober zu sehen sein. Bei der Vernissage wird dann auch der Gewinner des Wettbewerbs anwesend sein, denn der Erstplatzierte erhält eine Reise für zwei Personen zum Bühler Zwetschgenfest 2020 am zweiten Septemberwochenende, inklusive An- und Rückreise per Flugzeug, Übernachtung mit Halbpension zuzüglich einmalig 150 Euro Taschengeld.
 
Hier geht's zu den bereits eingestellten Fotos

Laptop mit Webseite des Fotowettbewerbs "Zuhause in Kalarasch"

Von deutschen Kollegen begeistert

Konstantin Petrov aus Vilafranca schließt Ausbildung in Bühl erfolgreich ab

Über die Vermittlung der Stadt Bühl kam Konstantin Petrov aus der spanischen Partnerstadt Vilafranca del Penedès im Jahr 2017 in die Zwetschgenstadt. Im Rahmen des Förderprogramms MobiPro-EU des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa begann der damals 19-jährige Spanier eine Ausbildung bei dormakaba. Ende Januar 2020 ging seine Lehrzeit als Elektroniker für Automatisierungstechnik bei dem Hersteller für Zutritts- und Sicherheitslösungen zu Ende.
 
Zu seinem erfolgreichen Abschluss gratulierten ihm bei einem Empfang im Rathaus Oberbürgermeister Hubert Schnurr und Bürgermeister Wolfgang Jokerst. Dort zog der mittlerweile 23-Jährige Bilanz seines knapp dreieinhalbjährigen Aufenthalts: „Es war ein tolles Erlebnis. Ich wurde von allen Seiten offen empfangen. Besonders beeindruckt bin ich von der Lebensqualität in Bühl.“ Viel lernen konnte er obendrein von der professionellen Einstellung seiner Kollegen zum Beruf. Die Zeit in Deutschland war ein absoluter Gewinn für ihn, nicht zuletzt deshalb, weil einige neue Freundschaften entstanden sind. Es war aber nicht nur für Petrov selbst eine positive Erfahrung, sondern auch für seinen Arbeitgeber dormakaba: „Es war wie ein Selbstläufer mit ihm: Er war pflegeleicht und hat immer hervorragende Leistungen gebracht“, lobte ihn dormakaba-Ausbildungsleiter Nicolas Bohnert.
 
Für die Stadt Bühl war neben dormakaba auch das Oberlinhaus in Freudenstadt ein wichtiger Projektpartner. In der sozialen Einrichtung, die seit Jahrzehnten im Bereich der Jugendbildung tätig ist, besuchte Petrov unter anderem Sprach- und Integrationskurse. Insbesondere Esteban Santori, Projektleiter MobiPro im Oberlinhaus, hatte für Petrov immer ein offenes Ohr und unterstützte ihn, wenn Hilfe benötigte wurde.  
 
Aufgrund seiner positiven Eindrücke würde Petrov das Ausbildungsprogramm sofort weiterempfehlen. Bedauerlicherweise wurde MobiPro aber eingestellt – als ein Grund dafür verwies die Bundesregierung auf das Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetz, das die Zugangsregelungen für eine Berufsausbildung in Deutschland mittlerweile deutlich erweitert. Falls es dennoch nochmals solch ein Projekt geben sollte, könnte sich die Stadt Bühl gut vorstellen, dieses wieder mit der Partnerstadt Vilafranca durchzuführen, wie Bettina Streicher vom städtischen Referat Europa und Partnerschaften erklärte.
 
Nach seinem Deutschland-Aufenthalt kehrt Konstantin Petrov vorerst zurück in die Heimat. Dormakaba hätte den sympathischen Spanier gerne weiterbeschäftigt, aus persönlichen Gründen verabschiedet er sich allerdings vorerst aus der Zwetschgenstadt. Sicher ist, dass er die Kontakte nach Bühl weiterpflegen wird. Eines Tages wird er seine Zelte vielleicht hier auch wieder aufschlagen. Eine vorläufige Rückkehr hat er jedenfalls schon fest im Blick: „Zu Fastnacht und zum Zwetschgenfest werde ich wieder nach Bühl kommen“, sagt Petrov und lacht.

Konstantin Petrov wurde zum Abschluss seiner Ausbildung ins Rathaus eingeladen

Culture Twinning

Die Stadt Bühl ist an einer internationalen Kooperation von insgesamt sieben europäischen Städten beteiligt. Ziel des fachlichen Austausches ist es, die Themen Kultur, Städtepartnerschaften und Tourismus zu verbinden. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit werden fortlaufend auf der gemeinsamen Homepage zusammengefasst.

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Logo Culture Twinning


Gruppe beim Arbeitstreffen in Novo Mesto
Bei einem Arbeitstreffen in Novo Mesto in Slowenien wurden erste Ideen umgesetzt. Corina Bergmaier (rechts), Bettina Streicher (links) und Gudrun Körner (zweite von links)

Gemeinsam Leben retten

Bereits seit einigen Jahren unterstützt die Bühler Feuerwehr den Partnerrajon Kalarasch in Moldawien in seinen Bemühungen um einen besseren Schutz der Bevölkerung bei Bränden und Unfällen. Seit 2018 wurde die fachliche Kooperation intensiviert. Mit Hilfe eines finanziellen Zuschusses von Engagement Global gGmbH und der Stadt Schkeuditz konnten die Freiwilligen Feuerwehren in den Rajonsgemeinden Sipoteni und Oniscani entscheidend vorangebracht werden. Teil der Kooperation waren die Beschaffung von Einsatzkleidung und Gerätschaften und die Gewinnung von neuen Mitgliedern. Die Einweisung im Umgang mit den neuen Materialien erfolgten beim Besuch der Moldawier im Februar 2018 in Bühl und dem anschließenden Gegenbesuch der Bühler in Kalarasch im April des Jahres.

In den Gemeinden Sipoteni und Oniscani gibt es nun nicht nur eine Erwachsenenfeuerwehr, sondern auch Kinder- und Jugendabteilungen. Die Bühler Feuerwehr plant auch zukünftig, die Feuerwehren in Kalarasch zu unterstützen.

Feuerwehr in Kalarasch
Günter Dussmann (Mitte) und Reiner Jägel (Zweiter von rechts) von der Bühler Feuerwehr bei der Einweisung der Ehrenamtlichen in der Rajonsgemeinde Sipoteni.

Aktiv für Europa

Vom 17. bis 19. März 2019 veranstaltete die Stadt Bühl eine internationale Tagung für Bürger der Stadt Bühl und deren Partnerstädte. Die Gäste kamen aus Villefranche-sur-Saône in Frankreich, Vilafranca del Penedès in Katalonien (Spanien), Kalarasch in Moldawien, Novo Mesto in Slowenien, Mattsee in Österreich, Cantù in Italien, aus dem sächsischen Schkeuditz und dem elsässischen Mommenheim. Das Treffen diente der besseren Vernetzung von Ehrenamtlichen, die sich aktiv für die Partnerschaften und den europäischen Gedanken engagieren.

Parallel zum Workshop der Bürger berieten die Bürgermeister der Partnerstädte über ihre zukünftige Zusammenarbeit. Höhepunkt war die Unterzeichnung eines gemeinsamen Aufrufes an die Bürger aller Partnerstädte, das Wahlrecht bei den Europawahlen am 26. Mai 2019 wahrzunehmen.

Die Veranstaltung fand ihren Abschluss in einem gemeinsamen Besuch aller Teilnehmer im Europaparlament in Straßburg.

Gruppenfoto Bürgermeistertreffen im Bühler Friedrichsbau
Bei dem internationalem Treffen waren Bürgermeister aus acht europäischen Städten in Bühl zu Gast.

Große Chance und Herausforderung

Der digitale Wandel war Thema eines erstmaligen Online-Erfahrungsaustausches, zu dem die Stadt Bühl ihre Partnerstädte und befreundeten Städte im Oktober 2020 einlud. Innerhalb des europäischen Netzwerkes der Stadt Bühl war es das erste Treffen zum Thema. Bürgermeister Wolfgang Jokerst wies in seiner Begrüßung auf die weitreichenden Veränderungen hin, die die Digitalisierung mit sich bringe. Diesen Wandel zu gestalten, sei eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance für die Kommunen.

Der Einladung gefolgt waren die Partnerkommunen Mattsee, Schkeuditz, Vilafranca del Penedès, Novo Mesto und Kalarasch. Von Bühler Seite nahmen der städtische Digitalisierungsbeauftragte Eduard Itrich und die Partnerschaftsbeauftragte Bettina Streicher teil.

Ausgetauscht wurden die unterschiedlichen digitalen Lösungen zum Ausbau der Behördendienste bis hin zum Einsatz von Sensoren in der Gebäudetechnik. Die Teilnehmer stellten eine Reihe gemeinsamer Themenfelder fest und wollen auch zukünftig ihre Erfahrungen aus dem Digitalisierungsprozess teilen.