Aktuelle Europa-Projekte

Die Stadt Bühl lebt den europäischen Gedanken. Die Vielfalt der Kooperationen im europäischen Städtenetzwerk der Stadt Bühl ist groß. Bürgerbegegnungen, gemeinsame Musik- und Sportveranstaltungen und internationale Jugendfreizeiten sind Teil dieser Partnerschaftsarbeit. Darüber kooperieren die Partnerstädte auf fachlicher Ebene.

Übersicht der aktuellsten Projekte

„Schichten und Stapeln – vielschichtige Beziehungen“ ist ein Land-Art-Kunstprojekt, das im Rahmen der Kommunalpartnerschaft von Weitenung und Mattsee entstanden ist. Durch das Kunstprojekt erhielt die bereits seit 1972 währende Beziehung eine neue Facette. In beiden Gemeinden wurden jeweils ein Baumstapel und eine Rebknorzenkugel mit Holz aus der Partnergemeinde und unter gegenseitiger Unterstützung von Bürgern errichtet.

Unter der Regie des österreichischen Künstlers Wolfgang Richter wurde die Umsetzung des Projekts in Weitenung im Oktober 2021 realisiert, im Mai 2022 waren Bühler Bürger zum Gegenbesuch in Mattsee. Das Konzept der Bürgerbeteiligung war wesentlicher Bestandteil des mit Leadermitteln geförderten Projekts: Das gemeinsame Schaffen von Kunst sollte als verbindendes Element dienen und den partnerschaftlichen Aspekt stärken.

Zum 50-jährigen Jubiläum der Partnerschaft wurden am Radweg zwischen Weitenung und Müllhofen zudem 50 Weidenstämmen in Form einer Spirale gesetzt, an denen jeweils ein Spiegel befestigt ist.

Kunstwerke in Weitenung:

  • Holzstapel (Ecke Fremersbergstraße/Yburgstraße)
  • Rebstock-Kugel (Fremersbergstraße, Zufahrt zum Friedhof)
  • Installation aus Weidenstämmen (am Radweg zwischen Weitenung und Müllhofen)

Zum Video vom Aufbau in Weitenung

Land-Art-Kunst-Projekt „Schichten und Stapeln" in Weitenung


Kunstwerke in Mattsee:

  • Holzstapel (Weyerbucht)
  • Rebstock-Kugel (Weyerbucht)

Zum Video vom Aufbau in Mattsee

Land-Art-Kunst-Projekt „Schichten und Stapeln" in Mattsee

Bühler Partnerregion von Flüchtlingswelle betroffen


Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine müssen immer mehr Menschen ihre Heimat verlassen. Rund 250.000 Ukrainer sind bislang in die benachbarte Republik Moldau geflohen – eines der ärmsten Länder Europas. Etwa 500 von ihnen suchen Schutz in Bühls Partnerregion Kalarasch. Aus diesem Grund ist am Mittwochabend, 16. März, von Bühl aus ein Hilfstransport in Richtung Moldawien, wie das Land auch genannt wird, gestartet.

Unter der Leitung des Bühler Feuerwehrkommandanten Günter Dußmann hat sich ein insgesamt sechsköpfiges Team auf die knapp 2500 Kilometer lange Reise gemacht. "Es geht darum, sowohl den Flüchtlingen zu helfen, als auch die Einheimischen zu unterstützen", betont Bürgermeister Wolfgang Jokerst. "Der Bedarf ist riesengroß in Kalarasch. Das ist die Realität."

Laut Jokerst war die Bühler Stadtverwaltung in den vergangenen Tagen regelmäßig mit der Rajonsverwaltung in Kontakt. Dabei haben die moldawischen Freunde auch eine Liste mit benötigten Hilfsgütern zusammengestellt, die dann kurzerhand über verschiedenste Spenden in Bühl gesammelt wurden.

Alfred Veith, Geschäftsführer von der Veith Gebäudetechnik GmbH & Co. KG, hat beispielsweise Heizgeräte, Kühlschränke und Kabel gespendet. Auch das Bühler Partnerschaftskomitee, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und die Schloss-Apotheke in Lauf haben sich eingebracht. Die restlichen Hilfsgüter hat die Stadt Bühl beschafft. An Bord des Transporters, der am Samstag in Kalarasch erwartet wird, befinden sich nun rund fünf Tonnen Ladung – unter anderem auch Feldbetten, Kopfkissen und Decken, Hygieneartikel, Medikamente, Fieberthermometer, Babynahrung, Windeln oder Nudeln.

Das Rajon Kalarasch hat für die Flüchtlinge zwei Gebäude umfunktioniert: eine Tagesstätte für Senioren in der Stadt Kalarasch und eine Ferienanlage etwas außerhalb sind derzeit Flüchtlingsunterkünfte. "Die Bevölkerung vor Ort zeigt sich laut unseren Informationen sehr hilfsbereit", berichtet Bettina Streicher, Leiterin des städtischen Referats Europa und Partnerschaften. In den Gesprächen mit der Rajonsverwaltung hat sie erfahren, dass die meisten Flüchtlinge sogar privat untergebracht sind.

Deshalb werden die Hilfsgüter nicht nur in den beiden zentralen Unterkünften abgegeben, sondern auch bei den Familien, die Flüchtlinge bei sich aufgenommen haben. Die Hilfe aus Bühl wird zum einen direkt in die Stadt Kalarasch gebracht, zum anderen aber auch in die Rajonsgemeinden Oniscani und Sipoteni – mit diesen Ortschaften kooperiert die Bühler Feuerwehr seit 2017.
Transport finanziell unterstützen

Wer den Transport finanziell unterstützen möchte, kann eine Spende auf eines der folgenden Konten einzahlen:
Sparkasse Bühl: DE60 6625 1434 0000 0102 15
Volksbank Bühl eG: DE89 6629 1400 0000 6656 06
Raiffeisenbank Bühl eG: DE45 6626 1416 0000 0001 59

Um eine Spendenbescheinigung ausstellen zu können, bittet die Stadtverwaltung die Spender folgenden Betreff anzugeben:  "Kalarasch Flüchtlingshilfe – (Fa.) Max Mustermann, Musterstr. 1, 99999 Musterort – Spendenbescheinigung".
Hilfstransport Kalarasch

Zuhause in Kalarasch

„Zuhause in Kalarasch“ lautete der Titel eines Foto-Wettbewerbs, den die Stadt Bühl und das Rajon Kalarasch (Moldawien) anlässlich des 30-jährigen Bestehens ihrer Kommunalpartnerschaft im Jahr 2020 ausgerufen haben. Der Fotowettbewerb sollte der Startschuss für eine von der Stadt Bühl organisierte Veranstaltungsreihe sein, in der Geschichte, Kultur und das Alltagsleben im Partnerland vorgestellt werden sollten. Während die Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 allerdings nicht stattfinden konnten, hat der Fotowettbewerb zwar begonnen, musste dann aber abgebrochen werden.
 
Bei dem Fotowettbewerb wurden die Einwohner aus Kalarasch dazu eingeladen, sich mit den vielen Facetten ihrer Heimat-Region auseinanderzusetzen. Bis zum Abbruch des Wettbewerbs konnten sie über eine Internetplattform Fotos hochladen und damit ihre Verbundenheit zu ihrer moldawischen Heimat fotografisch zum Ausdruck bringen. Die Bühler Bürger sollten im Rahmen eines Publikumsvotings als Jury auftreten – dazu kam es bekanntermaßen allerdings nicht.
  
Geplant war außerdem, eine Auswahl der schönsten Bilder des Wettbewerbs bei einer Ausstellung in der Volksbank Bühl zu präsentieren. Bei der Vernissage des Zwetschgenfests 2020 sollte zudem der Gewinner des Wettbewerbs anwesend sein, denn der Erstplatzierte sollte eine Reise für zwei Personen, inklusive An- und Rückreise per Flugzeug, zum Bühler Zwetschgenfest 2020 erhalten.
 
Hier geht's zu den bereits eingestellten Fotos

Laptop mit Webseite des Fotowettbewerbs "Zuhause in Kalarasch"

Von deutschen Kollegen begeistert

Konstantin Petrov aus Vilafranca schließt Ausbildung in Bühl erfolgreich ab

Über die Vermittlung der Stadt Bühl kam Konstantin Petrov aus der spanischen Partnerstadt Vilafranca del Penedès im Jahr 2017 in die Zwetschgenstadt. Im Rahmen des Förderprogramms MobiPro-EU des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa begann der damals 19-jährige Spanier eine Ausbildung bei dormakaba. Ende Januar 2020 ging seine Lehrzeit als Elektroniker für Automatisierungstechnik bei dem Hersteller für Zutritts- und Sicherheitslösungen zu Ende.
 
Zu seinem erfolgreichen Abschluss gratulierten ihm bei einem Empfang im Rathaus Oberbürgermeister Hubert Schnurr und Bürgermeister Wolfgang Jokerst. Dort zog der mittlerweile 23-Jährige Bilanz seines knapp dreieinhalbjährigen Aufenthalts: „Es war ein tolles Erlebnis. Ich wurde von allen Seiten offen empfangen. Besonders beeindruckt bin ich von der Lebensqualität in Bühl.“ Viel lernen konnte er obendrein von der professionellen Einstellung seiner Kollegen zum Beruf. Die Zeit in Deutschland war ein absoluter Gewinn für ihn, nicht zuletzt deshalb, weil einige neue Freundschaften entstanden sind. Es war aber nicht nur für Petrov selbst eine positive Erfahrung, sondern auch für seinen Arbeitgeber dormakaba: „Es war wie ein Selbstläufer mit ihm: Er war pflegeleicht und hat immer hervorragende Leistungen gebracht“, lobte ihn dormakaba-Ausbildungsleiter Nicolas Bohnert.
 
Für die Stadt Bühl war neben dormakaba auch das Oberlinhaus in Freudenstadt ein wichtiger Projektpartner. In der sozialen Einrichtung, die seit Jahrzehnten im Bereich der Jugendbildung tätig ist, besuchte Petrov unter anderem Sprach- und Integrationskurse. Insbesondere Esteban Santori, Projektleiter MobiPro im Oberlinhaus, hatte für Petrov immer ein offenes Ohr und unterstützte ihn, wenn Hilfe benötigte wurde.  
 
Aufgrund seiner positiven Eindrücke würde Petrov das Ausbildungsprogramm sofort weiterempfehlen. Bedauerlicherweise wurde MobiPro aber eingestellt – als ein Grund dafür verwies die Bundesregierung auf das Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetz, das die Zugangsregelungen für eine Berufsausbildung in Deutschland mittlerweile deutlich erweitert. Falls es dennoch nochmals solch ein Projekt geben sollte, könnte sich die Stadt Bühl gut vorstellen, dieses wieder mit der Partnerstadt Vilafranca durchzuführen, wie Bettina Streicher vom städtischen Referat Europa und Partnerschaften erklärte.
 
Nach seinem Deutschland-Aufenthalt kehrt Konstantin Petrov vorerst zurück in die Heimat. Dormakaba hätte den sympathischen Spanier gerne weiterbeschäftigt, aus persönlichen Gründen verabschiedet er sich allerdings vorerst aus der Zwetschgenstadt. Sicher ist, dass er die Kontakte nach Bühl weiterpflegen wird. Eines Tages wird er seine Zelte vielleicht hier auch wieder aufschlagen. Eine vorläufige Rückkehr hat er jedenfalls schon fest im Blick: „Zu Fastnacht und zum Zwetschgenfest werde ich wieder nach Bühl kommen“, sagt Petrov und lacht.

Konstantin Petrov wurde zum Abschluss seiner Ausbildung ins Rathaus eingeladen

Culture Twinning

Die Stadt Bühl ist an einer internationalen Kooperation von insgesamt sieben europäischen Städten beteiligt. Ziel des fachlichen Austausches ist es, die Themen Kultur, Städtepartnerschaften und Tourismus zu verbinden.

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Projektbeschreibung und Ergebnisse (PDF)

Logo Culture Twinning

Culture-Twinning-Projekt

Culture-Twinning-Projekt

Gemeinsam Leben retten

Bereits seit einigen Jahren unterstützt die Bühler Feuerwehr den Partnerrajon Kalarasch in Moldawien in seinen Bemühungen um einen besseren Schutz der Bevölkerung bei Bränden und Unfällen. Seit 2018 wurde die fachliche Kooperation intensiviert. Mit Hilfe eines finanziellen Zuschusses von Engagement Global gGmbH und der Stadt Schkeuditz konnten die Freiwilligen Feuerwehren in den Rajonsgemeinden Sipoteni und Oniscani entscheidend vorangebracht werden. Teil der Kooperation waren die Beschaffung von Einsatzkleidung und Gerätschaften und die Gewinnung von neuen Mitgliedern. Die Einweisung im Umgang mit den neuen Materialien erfolgten beim Besuch der Moldawier im Februar 2018 in Bühl und dem anschließenden Gegenbesuch der Bühler in Kalarasch im April des Jahres.

In den Gemeinden Sipoteni und Oniscani gibt es nun nicht nur eine Erwachsenenfeuerwehr, sondern auch Kinder- und Jugendabteilungen. Die Bühler Feuerwehr plant auch zukünftig, die Feuerwehren in Kalarasch zu unterstützen.

Feuerwehr in Kalarasch
Günter Dussmann (Mitte) und Reiner Jägel (Zweiter von rechts) von der Bühler Feuerwehr bei der Einweisung der Ehrenamtlichen in der Rajonsgemeinde Sipoteni.

Aktiv für Europa

Vom 17. bis 19. März 2019 veranstaltete die Stadt Bühl eine internationale Tagung für Bürger der Stadt Bühl und deren Partnerstädte. Die Gäste kamen aus Villefranche-sur-Saône in Frankreich, Vilafranca del Penedès in Katalonien (Spanien), Kalarasch in Moldawien, Novo Mesto in Slowenien, Mattsee in Österreich, Cantù in Italien, aus dem sächsischen Schkeuditz und dem elsässischen Mommenheim. Das Treffen diente der besseren Vernetzung von Ehrenamtlichen, die sich aktiv für die Partnerschaften und den europäischen Gedanken engagieren.

Parallel zum Workshop der Bürger berieten die Bürgermeister der Partnerstädte über ihre zukünftige Zusammenarbeit. Höhepunkt war die Unterzeichnung eines gemeinsamen Aufrufes an die Bürger aller Partnerstädte, das Wahlrecht bei den Europawahlen am 26. Mai 2019 wahrzunehmen.

Die Veranstaltung fand ihren Abschluss in einem gemeinsamen Besuch aller Teilnehmer im Europaparlament in Straßburg.

Gruppenfoto Bürgermeistertreffen im Bühler Friedrichsbau
Bei dem internationalem Treffen waren Bürgermeister aus acht europäischen Städten in Bühl zu Gast.

Große Chance und Herausforderung

Der digitale Wandel war Thema eines erstmaligen Online-Erfahrungsaustausches, zu dem die Stadt Bühl ihre Partnerstädte und befreundeten Städte im Oktober 2020 einlud. Innerhalb des europäischen Netzwerkes der Stadt Bühl war es das erste Treffen zum Thema. Bürgermeister Wolfgang Jokerst wies in seiner Begrüßung auf die weitreichenden Veränderungen hin, die die Digitalisierung mit sich bringe. Diesen Wandel zu gestalten, sei eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance für die Kommunen.

Der Einladung gefolgt waren die Partnerkommunen Mattsee, Schkeuditz, Vilafranca del Penedès, Novo Mesto und Kalarasch. Von Bühler Seite nahmen der städtische Digitalisierungsbeauftragte Eduard Itrich und die Partnerschaftsbeauftragte Bettina Streicher teil.

Ausgetauscht wurden die unterschiedlichen digitalen Lösungen zum Ausbau der Behördendienste bis hin zum Einsatz von Sensoren in der Gebäudetechnik. Die Teilnehmer stellten eine Reihe gemeinsamer Themenfelder fest und wollen auch zukünftig ihre Erfahrungen aus dem Digitalisierungsprozess teilen.