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„Schichten und Stapeln“


„Was lange währt, wird nicht nur gut, sondern spitzenmäßig“. Mit diesen Worten eröffnete Weitenungs Ortsvorsteher Daniel Fritz am Samstag die Auftaktveranstaltung in der Rheintalhalle zu einem Land-Art-Projekt zwischen Weitenung und der österreichischen Partnergemeinde Mattsee. Unter dem Motto „Schichten und Stapeln – vielschichtige Beziehungen“ sollen in beiden Gemeinden jeweils drei Land-Art-Kunstwerke aus verschiedenen Materialien unter der Regie des österreichischen Künstlers Wolfgang Richter realisiert werden. Gefördert wird das Projekt über Leader-Fördermittel.

Die Euphorie zum offiziellen Startschuss war greifbar. „Die Kunst geht in den Dialog mit der Natur, prägend ist das Moment der Transformation“, sagte Bühls Bürgermeister Wolfgang Jokerst, der sich selbst als großer Fan der Land-Art-Kunst bezeichnete. Neben Jokerst, Fritz und Richter waren auch Bettina Streicher, Leiterin des städtischen Referats Europa und Partnerschaften und Projektkoordinatorin, Weitenunger Ortschaftsräte, Antje Wurz, Geschäftsführerin der Leaderkulisse Mittelbaden, sowie Michael Schwarzmayr, Bürgermeister von Mattsee, sein Stellvertreter Stefan Handlechner und Architekt Andreas Knittel beim Auftakt vor Ort.

Um den Aspekt der Zusammengehörigkeit von Weitenung und Mattsee zu betonen, werden diese Kunstwerke jeweils mit Holz der Partnergemeinde und unter gegenseitiger Unterstützung von Bürgern umgesetzt. Dazu sollen unter anderem auch Schulen miteinbezogen werden. „Mit dem Beschluss, dieses Projekt zu fördern, machte das Auswahlgremium den Weg für das erste transnationale Projekt der Leader-Region Mittelbaden frei“, betonte Wurz. „Die Umwelt als formbares beziehungsweise gestaltbares Element wird in der Kunstform Land-Art zum Kunstobjekt“, erklärte Richter bei der Vorstellung des Projekts. Die Gestaltung sei nicht allein vom Menschen abhängig, sondern den Gegebenheiten der Natur unterworfen. „Witterungseinflüsse verändern und/oder zerstören das Objekt“, führte er weiter aus. Die Kunstwerke sind nur an einem Ort zu sehen und auf Vergänglichkeit angelegt.

Geplant sind in Weitenung ein Quader mit Buchenstämmen aus Mattsee, bei dem das Thema „Schichten und Stapeln“ im Mittelpunkt steht (Ecke Fremersbergstraße/Yburgstraße), eine Knorzenkugel aus Rebholz (Fremersbergstraße, Zufahrt zum Friedhof), sowie am Radweg zwischen Weitenung und Müllhofen eine Installation aus Weidenstämmen, die die Tradition des Holzbearbeitens symbolisieren soll.

Das Fundament für die Installation aus Weidenstämmen wurde bereits am Samstag gelegt: Die Anwesenden haben gemeinsam angepackt und Weidenstämme gesetzt, die nun austreiben und wachsen. Ihre Spiralform steht für das 50-jährige Jubiläum der Gemeindepartnerschaft, das im kommenden Jahr begangen wird.

Während die beiden anderen Kunstwerke in Weitenung im Herbst verwirklicht werden sollen, geht man in Mattsee 2022 in die Umsetzung. Dort werden dann Roterlen aus Weitenung verwendet. Die Idee, die Partnergemeinden auch auf künstlerischer Ebene miteinander zu verbinden, ist 2016 bei einem Treffen entstanden, erzählte Fritz. „Ich freue mich riesig und bin sehr gespannt. Das ist ein großes Experiment für uns alle.“

Daniel Fritz (von links), Michael Schwarzmayr, Künstler Wolfgang Richter, Stefan Handlechner, Antje Wurz, Wolfgang Jokerst und Andreas Knittel (von links).

Daniel Fritz (von links), Michael Schwarzmayr, Künstler Wolfgang Richter, Stefan Handlechner, Antje Wurz, Wolfgang Jokerst und Andreas Knittel (von links).

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Redakteur / Urheber
Stadt Bühl