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Rollstuhlgerechte Orte finden


Stufen hier, Treppen da oder keine Behindertentoiletten: Was für Menschen ohne Mobilitätseinschränkung häufig unproblematisch ist, kann für Menschen mit Handicap eine große Herausforderung darstellen – vor allem, wenn man sich nicht darauf einstellen kann. Um genau solche Situationen zu vermeiden, gibt es die sogenannte „Wheelmap“ – eine weltweite Online-Karte, die zeigt, wie barrierefrei öffentliche Orte sind.

Um auch Bühl und sein vielfältiges Angebot an Gastronomie, Kultur und Einkaufsmöglichkeiten für Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen transparenter zu gestalten, haben sich die Stadt Bühl und der Seniorenrat diesem Thema gewidmet. Das erklärte Ziel: Mobilitätseingeschränkte Personen sollen sowohl besser ihren Tag planen als auch leichter am Alltag teilhaben können.

Nachdem Thomas Kist, der städtische Beauftragte für Menschen mit Behinderung, im Rahmen einer Sitzung zum Thema „Barrierefreie Innenstadt“ den Mitgliedern des Bühler Seniorenrats die Wheelmap-App vorgestellt hatte, beschloss das Gremium, die Online-Karte für Bühl gemeinsam mit der Stadtverwaltung mit Inhalt zu füllen.

Während das städtische Seniorenbüro Gebäude wie die Rathäuser und das Bürgerhaus Neuer Markt genauer unter die Lupe genommen hat, machte sich eine Gruppe des Seniorenrats, bestehend aus Antje Jessen, Günter Maier, Ian Thorley, Hans-Peter Ernst und Frank Fürle, auf den Weg durch die Innenstadt.

Rund 750 Einträge zu Bühl sind mittlerweile auf der Wheelmap zu finden. Von Restaurants über Geschäfte des Einzelhandels bis hin zu Arztpraxen oder Schulen – über diese und weitere Einrichtungen in der Zwetschgenstadt sind Informationen zur Barrierefreiheit zu finden. Das soll aber nur der Anfang sein: Den Verantwortlichen der Stadt und des Seniorenrats ist es wichtig, dass die Bevölkerung dieses Angebot kennt und vor allem auch weiter mit Inhalt füllt beziehungsweise die Karte immer wieder vervollständigt wird.

Da auch Orte verzeichnet werden, die nicht rollstuhlgerecht sind, werden beispielsweise Besitzer von Cafés oder anderen öffentlichen Orten zudem auf etwaige Hürden aufmerksam gemacht und können dazu angeregt werden, über Rollstuhlgerechtigkeit in ihren Räumen nachzudenken.

Die Einträge in der Wheelmap können dabei von jeder Person ganz einfach erweitert werden. Die Karte, auf der nur öffentlich zugängliche Gebäude eingezeichnet sind, lässt sich entweder per App oder im Internet über wheelmap.org aufrufen und kann ohne Registrierung bearbeitet werden. Es ist möglich, Informationen zu einem Ort einzusehen oder hinzuzufügen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sowohl Bilder als auch Kommentare mit weiteren Einzelheiten beizufügen.

Ob ein Ort rollstuhlgerecht ist oder nicht, zeigt ein Ampelsystem: Rot weist darauf hin, dass ein Besuch nicht möglich ist und Treppen oder andere Barrieren im Weg sind. Gelb markiert Orte, die eingeschränkt barrierefrei sind, zum Beispiel, weil sie keine rollstuhlgerechte Toilette haben. Grün signalisiert freien, ungehinderten Zugang.

Vertreter der Stadtverwaltung und des Seniorenrats

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Redakteur / Urheber
Stadt Bühl