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Nachlass von hoher Bedeutung


Der Bildhauer Otto Feist gilt als Schöpfer legendärer Brunnen. Gerade in Karlsruhe prägen seine Werke bis heute an etlichen Stellen den öffentlichen Raum. Aber auch in Bühl, wo er unter anderem den Brunnen im historischen Stadtgarten gestaltete, hinterließ der 1872 in Eisental geborene Künstler seine Spuren. Nachdem Feist und seine Arbeiten in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr in Vergessenheit geraten sind, möchte das Team des Stadtgeschichtlichen Instituts den Künstler und seine Werke im Rahmen einer Ausstellung nun wieder in Erinnerung rufen. „Von Eisental nach Karlsruhe. Bildhauer Otto Feist 1872-1939“ lautet der Titel der Ausstellung, die bereits in der Schartenberghalle in Eisental zu sehen war und nun ab Donnerstag, 9. Mai, bis 28. Juli im Stadtmuseum in der Schwanenstraße besichtigt werden kann.

Im Spätjahr 1940 stellte der Badische Kunstverein Karlsruhe Werke des Malers Ludwig Dill und des Bildhauers Otto Feist aus. Es war eine Gedenkausstellung: Dill ist wenige Monate zuvor gestorben, Feist bereits ein Jahr zuvor. Die Ausstellung war für mehr als 80 Jahre das letzte Mal, dass ein breites Publikum die Werke von Feist betrachten konnte. Bis jetzt: 2022 hatte das Stadtgeschichtliche Institut von Veronika Bräunling als Nachlass das künstlerische Erbe Feists erhalten. Dieses war nach dem Tod von Feists Tochter Trude 1973 auf sie übergegangen. Feists Ehefrau und Veronika Bräunlings Großmutter waren Schwestern gewesen, Bräunling, die aus Lichtenau stammt, hatte ab 1955 bei Trude Feist in Karlsruhe gewohnt.

Bis zu seinem Tod am 3. März 1939 schuf Feist zahlreiche Kunstwerke. Das belegt auch der Nachlass, der für das Stadtgeschichtliche Institut von besonderer Bedeutung ist. „Von Otto Feist ist relativ wenig auf dem Markt, umso wertvoller ist der Nachlass“, sagt Marco Müller, der Leiter des Stadtgeschichtlichen Instituts. „Wir hatten bislang nur eine kleine Büste.“ Müller erwarb sie 2014 in einem Münchener Auktionshaus. Diese ist nun ebenso im Stadtmuseum zu sehen wie viele weitere Arbeiten des Bildhauers. Dazu zählen Statuetten, Zeichnungen, eine Marmorbüste sowie ein Reliefporträt als Leihgaben aus Privatbesitz, von deren Existenz das Team des Stadtgeschichtlichen Instituts erst vor kurzem erfahren hat.

Von Eisental nach Karlsruhe. Bildhauer Otto Feist 1872-1939“ heißt die Ausstellung, die ab 9. Mai im Stadtmuseum zu sehen ist.

„Von Eisental nach Karlsruhe. Bildhauer Otto Feist 1872-1939“ heißt die Ausstellung, die ab 9. Mai im Stadtmuseum zu sehen ist. Foto: Stadt Bühl / Ina Stirm