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Startschuss für Umgestaltung


Mit der Einrichtung der Baustelle ist die umfassende Umgestaltung des Stadtgartens gestartet. Für die Dauer von rund einem Jahr wird die traditionsreiche Parkanlage im Herzen der Innenstadt vollständig für den Publikumsverkehr gesperrt. Ziel des Projekts ist es, den Stadtgarten gezielt an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen, seinen wertvollen Bestand langfristig zu sichern und gleichzeitig den denkmalgeschützten Charakter der Anlage zu bewahren.

Im Mittelpunkt der Umgestaltung steht der Schutz und Erhalt des prägenden Baumbestands. Rund 80 teils über 50 Jahre alte Bäume bestimmen das Erscheinungsbild des Stadtgartens. Angesichts steigender Temperaturen und zunehmender Trockenperioden besteht hier besonderer Handlungsbedarf, da ohne geeignete Maßnahmen langfristige Schäden bis hin zum Absterben einzelner Bäume drohen.

Kernstück der Umgestaltung ist daher ein modernes Bewässerungssystem. Unterhalb der Rasenflächen entsteht ein Leitungsnetz, das die Bäume künftig bedarfsgerecht mit Wasser versorgt. Gespeist wird dieses System durch eine neu zu errichtende Zisterne mit einem Fassungsvermögen von rund 100 Kubikmetern. Das Wasser wird aus dem Regenwasserkanal gewonnen, gesammelt und gefiltert, sodass eine nachhaltige und ressourcenschonende Bewässerung gewährleistet ist.

Darüber hinaus umfasst die Sanierung zahlreiche bauliche und gestalterische Maßnahmen. Belagsflächen werden mit Betonsteinpflaster neugestaltet, zentrale Wege barrierearm ausgebaut und mit einem taktilen Leitsystem ergänzt, während weitere Wege in wassergebundener Bauweise ausgeführt werden. Vegetationsflächen werden durch neue Baumpflanzungen, Stauden, Gehölze und Ansaaten aufgewertet. Zusätzlich werden rund 50 Meter Kanal samt Schächten erneuert und eine moderne Beleuchtung installiert.

Ein besonderer gestalterischer Schwerpunkt liegt auf dem Leitmotiv des „Oasen-Zweiklangs“ aus Wasser und Grün. So wird das bislang trockene Becken des Großherzog-Friedrich-Brunnens naturnah umgestaltet und künftig zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen. Ergänzt wird dies durch die technische Ertüchtigung der Wasserspiele sowie durch neue Flößerstufen, die einen direkten Zugang zur Bühlot ermöglichen und zusätzliche Aufenthaltsbereiche am Wasser schaffen. Auch neue Sitzbereiche, unter anderem am Kriegerdenkmal, erhöhen die Aufenthaltsqualität.

Mit der Umgestaltung wird der Stadtgarten als grüne Lunge der Stadt nachhaltig gestärkt. Das Projekt verbindet Klimaanpassung, ökologische Aufwertung und denkmalgerechte Entwicklung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur zukunftsfähigen Gestaltung des urbanen Raums in Bühl.

Die landschaftsgärtnerischen Arbeiten werden von der Firma Jakober (Lahr) ausgeführt. Grundlage ist das Planungskonzept des Büros Planstatt Senner aus Überlingen, das eine behutsame, zugleich zukunftsorientierte Weiterentwicklung der historischen Parkanlage vorsieht. Die Kosten für die Bauarbeiten belaufen sich auf rund 1,7 Millionen Euro, das Gesamtprojekt umfasst ein Volumen von knapp zwei Millionen Euro. Ermöglicht wird die Maßnahme maßgeblich durch eine Förderung in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“, das gezielt Projekte zur klimaresilienten Stadtentwicklung unterstützt.

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Redakteur / Urheber
Stadt Bühl